Projekte

Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil

Die RÜBE – eine „Oase mitten in Dormagen-Horrem“ – bietet zahlreichen Kindern und Jugendlichen (ca. 40 Besucher/Tag, ca. 75% zwischen 12-18 Jahren, ca. 90% mit Migrationshintergrund) einen Raum der Begegnung an. In dem vergangenen Jahr wurden in der „Rübe“ gemeinsam mit den Jugendlichen zahlreiche Bildungsangebote zur Sucht- oder HIV-Prävention wie auch zur Lebenskompetenzförderung durchgeführt. So fand beispielsweise im Frühling 2011 zum zweiten Mal eine „Alkoholfreie Cocktailparty“ statt, die von 70 Jugendlichen besucht wurde. Hierbei konnten die Besucher die Erfahrung machen, dass Feiern durchaus auch ohne Dröhnung Spaß machen kann.

Aus Anlass des Weltaidstages führte das Team der RÜBE wie auch in den Vorjahren im November eine Informationsveranstaltung zum Thema „Aids: Übertragungswege, Infektionsrisiken, Schutzmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten“ durch. In den Wochen zuvor wurden Jugendliche in der „Rübe“ als Moderatoren geschult und somit fit für die Thematik gemacht.

In enger Zusammenarbeit mit der WIG e.V., organisierten die Mitarbeiter der RÜBE im Juni Hand in Hand mit der Interessengemeinschaft Horrem (IG Horrem) ein Familienfest für den Stadtteil Dormagen-Horrem. 16 Horremer Vereine und Institutionen aus den Bereichen Sport, Soziales und Kultur beteiligten sich an dem Fest und nutzten die Gelegenheit sich und ihre Arbeit zu präsentieren. Mit vereinten Kräften konnte schließlich ein abwechslungsreiches Mitmachprogramm für die Horremer Bürger auf die Beine gestellt werden. Verkehrssichere Fahrräder und ein abenteuerlicher Fahrrad-Parcours wurden an diesem Tag als besondere Attraktion auf dem Gelände der RÜBE angeboten.

Während der Sommerferien gab es wieder eine Stadtranderholung. Zwei Wochen wurde für 56 Kinder zwischen 6-12 Jahren ein mittelalterliches Spektakel angeboten, bei dem nun erstmalig auch die Eltern inhaltlich eingebunden werden konnten.

Die soeben aufgeführten Beispiele diakonischer Kinder- und Jugendarbeit sind besondere Attraktionen, die nur einen Teil der Kinder- und Jugendarbeit darstellen. Jeden Donnerstag gibt es außerdem nur für Mädchen das„Mädchen Café“. Hier wird gebastelt, gemalt, gebacken, es werden Filme gedreht und Tänze ausprobiert oder aber bemalte Fußbälle für den Aufbau einer Mädchenfußballmannschaft in den Süden Kenias geschickt. Einen großen Teil der Arbeit macht schließlich die „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ aus. Gerade im Rahmen dieses sogenannten “Offenen Bereichs“ ereignen sich zahlreiche Bildungsprozesse, die meist eher „nebenbei“ in der täglichen Begegnung ablaufen. Insbesondere wenn es darum geht, sog. „bildungsferne“ Jugendliche für außerschulische Bildungsangebote gewinnen zu können, sind intensive und beständige Impulse auf der Kontakt- und Beziehungsebene im Vorfeld erforderlich.

Stadtranderholung

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Seit 2007 bietet das Jugendzentrum "Die Rübe" in den Sommerferien die Stadtranderholung an. Folgende Themenschwerpunkte haben die Ferienaktion geprägt:

2007 "Wilder Westen"
2008 " Horrem in Piratenhänden"
2009 "Afrika - Ein ganzer Kontinent kommt zu dir!"
2010 "Wicki, Ylvie und DU - Die Wikinger kommen nach Horrem"
2011 "Mittelalter trifft Horrem"


2012 findet die Stadtranderholung vom 16. bis 27. Juli statt. Das diesjährige Motto lautet  
"1000 und eine Rübe" und behandelt den Themenbereich "Märchen".
 
Leider sind schon alle Teilnehmerplätze vergeben!!

Außerschulische Bildungsarbeit in der RÜBE

Außerschulische Bildungsarbeit ist in der RÜBE zu einem anerkannten Thema unter den Jugendlichen geworden. Da der Bedarf an Orientierungsberatung und nach Vorbereitungen und Hilfestellungen für den Start ins Berufsleben in der letzten Zeit erheblich gestiegen ist, möchten wir dieses Arbeitsfeld zukünftig weiter entwickeln und dem aktuellen Bedarf anpassen.

Vielen unserer Besucher fällt es erheblich schwer, ihrem Leben eine „Richtung“ geben zu können. Immer wieder nehmen wir in den Gesprächen mit den Jugendlichen Bemerkungen wahr, wie z. B. „Wohin mit meinem Leben?“ oder „Ich werde später Hartz IV-Empfänger“. Um dieser Perspektiv- und Orientierungslosigkeit entgegenwirken zu können, möchten wir noch intensiver als bisher mit den Jugendlichen an dem Thema „Berufsorientierung bzw. Laufbahn- und Orientierungsberatung“ arbeiten. Außerschulische Bildungsarbeit soll jedoch auch weiterhin im Kontext der Offenen Kinder- und Jugendarbeit initiiert werden, da wir nur hier diejenigen Jugendlichen rekrutieren und für Bildungsangebote motivieren können, die für geschlossene Angebote in der Regel nicht zu begeistern sind. Die „Offene Kinder- und Jugendarbeit“ stellt somit eine notwendige Bedingung dar, um gezielt Bildungsprozesse auch für Jugendliche initiieren zu können, die sonst nur schwer erreicht werden können.



Im Folgenden werden die einzelnen Module außerschulischer Bildungsarbeit kurz erläutert, die ab Anfang 2012 in der RÜBE angeboten werden. Gleichzeitig wird bei jedem Modul auf eine sinnvolle Einbindung von (möglichen) Kooperationspartnern hingewiesen:



ProfilPass-Beratung/Kompetenzbilanzierung

Im ersten Modul „ProfilPass-Beratung“[1] lernen Jugendliche ihre Stärken, Fähigkeiten und (informellen) Kompetenzen kennen. Dieses Instrument der Kompetenzfeststellung/ Kompetenzbilanzierung hat den Sinn, die Jugendlichen zu stärken und ihnen dabei zu helfen erste Aussagen über ihre berufliche Entwicklung machen zu können.

Hilfreich ist hier eine gezielte Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeitern, die die jeweiligen Jugendlichen und deren (informelle) Kompetenzen beispielsweise über Sozialkompetenztrainings oder Beratungsgespräche kennen.

Ebenso hilfreich ist ein fachlicher Austausch mit anderen ProfilPass-Beratern, insbesondere mit solchen, die Erfahrungen in der ProfilPass-Beratung mit Jugendlichen haben.



Laufbahn- bzw. Orientierungsberatung

Nachdem die Jugendlichen ihre Stärken und Fähigkeiten im Rahmen der ProfilPass-Beratung gesichtet haben, steht im zweiten Modul der außerschulischen Bildungsarbeit das Thema „Laufbahn- bzw. Orientierungsberatung“ im Vordergrund. Hier werden konkrete berufliche Perspektiven und Ziele (SMARTE Ziele) mit den Jugendlichen erarbeitet, welche sie mit den zuvor ermittelten (informellen) Kompetenzen und Stärken in Verbindung bringen. Zudem werden in einem generationsübergreifenden Dialog Lebenswege und wichtige Meilensteine, die bei der Gestaltung des Lebensweges von Bedeutung waren, thematisiert.

Der Kontakt zu Berufsorientierungsberatern der Bundesagentur für Arbeit wird in diesem Zusammenhang sehr hilfreich sein. Weiterhin ist ein kollegialer Austausch mit Bildungsakteuren vor Ort sinnvoll, der einem Überblick über Maßnahmen zur Berufsausbildung und über Beschäftigungsprojekte dient.



Vorbereitungen und Hilfestellungen für den Start ins Berufsleben

Das dritte Modul außerschulischer Bildungsarbeit widmet sich ganz dem Thema „Vorbereitungen und Hilfestellungen für den Start ins Berufsleben“. Hier lernen die Jugendlichen wichtige Sekundärtugenden (z. B. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Ordnungssinn, etc.) kennen, die eine Grundvoraussetzung für kleine und mittlere Unternehmen darstellen. Zudem erhalten die Jugendlichen einen Überblick über grundlegende Veränderungen und Entwicklungsschritte, die mit dem Start in das Berufsleben auf sie zukommen.

Ein kompetenter Ansprechpartner ist hier beispielsweise der Internationale Bund, der an der Schnittstelle zwischen Schule und Betrieb das Projekt „Ausbildung für Dormagen“ initiiert.

Interessant ist an dieser Stelle auch das über „Stärken vor Ort“ entwickelte Projekt „Ausbildungsoffensive Dormagen“, welches mittlerweile gute Kontakte zu Ausbildungsbetrieben in und rund um Dormagen aufgebaut hat.

Sicherlich stellt die „Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung“ mit ihren zahlreichen Projekten im Handlungsschwerpunkt „Jugend und Beruf“ eine wichtige Ressource dar.



Lebenskompetenzförderung - Einfach besser!

Im vierten Modul unserer Bildungsarbeit „Einfach besser!“ nehmen Jugendliche in modularisierter Form an einem Jugendbildungsprogramm teil. Wichtige Lebenskompetenzen (Entscheidungen treffen, Beziehungen führen, Selbstwahrnehmung, etc.) werden von externen Experten vermittelt. Bei einer kontinuierlichen Teilnahme erhalten die Jugendlichen schließlich ein Zertifikat.

Hinsichtlich der Akquise von Referenten ist die Volkshochschule Dormagen ein wichtiger Ansprechpartner. Zudem ist bei der Suche nach externen Referenten der Arbeitskreis der „Beratungswerkstatt Dormagen“ als eine Kontaktbörse vor Ort ein kompetenter Partner.

Alkoholfreie Cocktailbar 2010

Der Ausbau von präventiven Maßnahmen im Bereich der „Suchprävention“ bildet ein weiteres Schwerpunktthema des Bereichs Gesundheitsförderung. Passend zum Frühlingsauftakt gab es am 31.03.2010 eine alkoholfreie Cocktailparty in der „Rübe“. Mit viel Mühe und Geduld kreierten die Jugendlichen exotische und gesunde Cocktails für ca. 70 begeisterte Besucher; parallel dazu gab es die Gelegenheit an Angeboten des „Prevent-Mobils“ teilzunehmen, in denen Mitarbeiter des Caritas Sozialdienstes mit Spiel, Spaß und Spannung Jugendliche zum Nachdenken über den eigenen Alkoholkonsum anregten. Neben leckeren Cocktails, fetziger Musik und einem erlebnisreichen „Rausch-Parcours“ gab es schließlich noch drei stolze Sieger unter den Jugendlichen, die in der „Rübe“ an einem Quiz über die Wirkung und die Gefahren von Alkohol teilgenommen haben – dabei gab es für die Jugendlichen viel Interessantes zu erfahren und tolle Preise zu gewinnen.

Jugendbildungsprogramm \"Einfach besser\" 2010

Zu einer tragenden Säule im Bereich der diakonischen Kinder- und Jugendarbeit hat sich die außerschulische Bildungsarbeit entwickelt. Das durch Zuwendengen des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte Jugendbildungsprogramm „Einfach besser!“, welches im Herbst 2010 in der „Rübe“ angeboten wurde, basierte auf dem Ansatz der Lebenskompetenzförderung. Es stärkte Jugendliche in ihren Lebenskompetenzen und half ihnen dabei klarere Entscheidungen zu treffen, um Alltagsprobleme besser lösen zu können. In gegenseitigem Austausch und im Gespräch mit den hauptamtlichen Mitarbeitern der „Rübe“ und den fachkundigen Referenten, konnten die Jugendlichen im Dialog Problemlösungs- und Stressbewältigungsstrategien entwickeln. Zudem konnten sie konkrete Zielformulierungen einüben und Kommunikationsmodelle erlernen. Schließlich eigneten sie sich Lebensfertigkeiten an, die für eine „gesunde“ Entwicklung von besonderer Bedeutung sind und den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Der Höhepunkt des Jugendbildungsprogramms bildete die feierliche Zertifikatsübergabe an die 12 TeilnehmerInnen im Alter von 14-18 Jahren.

Bewerbungstraining 2010

Eine projektbezogene Kooperation mit der Berufseinstiegsbegleiterin des Bildungszentrums Niederrhein (eingegliedert in den Schulalltag der Hermann-Gmeiner Hauptschule) fand im Rahmen eines viertägigen Bewerbungstrainings statt, welches als ein Osterferienprogrammpunkt in der „Rübe“ angeboten wurde. Kontinuierliche Treffen zwischen den MitarbeiterInnen der „Rübe“ und der Berufseinstiegsbegleiterin dienten einer Konkretisierung bei der beruflichen Orientierung von Schulabgängern.

Sozialkompetenztraining 2010

Sozialkompetenztraining „Fit together“
Für die Realschule am Sportpark entwickelte das Team der „Rübe“ ein dreitägiges Sozialkompetenztraining unter dem Motto „Fit together“, um einem akuten Mobbingfall in einer Schulklasse entgegenzuwirken. Der Evaluationsprozess des Pilotprojekts „Fit together“ begann im November 2010.

Weltaidstag 2010

Eine Zusammenarbeit mit diversen Schulen des Stadtgebietes fand im Rahmen der Informationsveranstaltung zum Weltaidstag statt, die von den MitarbeiterInnen der „Rübe“ initiiert wurde. An dieser Maßnahme zur HIV-Prävention beteiligten sich Lehrer und Schüler der Realschule am Sportpark, der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule Dormagen, des Berufsbildungszentrums Dormagen und der Hermann-Gmeiner Hauptschule. Insgesamt informierten rund 50 engagierte SchülerInnen in der Dormagener Innenstadt interessierte Passanten rund um das Thema „Aids: Übertragungswege, Infektionsrisiken, Schutzmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten“.